Was Familien in der Trauer hilft - 5 Tipps, die garantiert helfen

Was Familien in der Trauer hilft - 5 Tipps, die garantiert helfen

Die 5 wichtigsten Tipps aus der Praxis einer Trauerbegleiterin

Trauer trifft Familien oft mitten im Alltag: zwischen Brotdosen, Hausaufgaben und Gute-Nacht-Ritualen. Wenn ein geliebter Mensch oder ein Haustier stirbt, fragen sich viele Eltern:
Wie können wir unsere Kinder begleiten, wenn wir selbst kaum Halt finden?

Aus meiner Arbeit als Trauerbegleiterin, Trauersängerin und Mutter weiß ich: Es sind nicht die großen Konzepte, die helfen – sondern kleine, ehrliche Haltungen.

1. Nicht stark sein müssen – Gefühle dürfen da sein

Kinder brauchen keine Eltern, die „funktionieren“. Sie brauchen Erwachsene, die zeigen:
Traurigkeit ist erlaubt. Tränen sind okay. Und wir sind trotzdem füreinander da.

Wenn Eltern ihre Gefühle nicht verstecken, lernen Kinder:
👉 Trauer ist nichts Gefährliches.
👉 Gefühle kommen – und gehen auch wieder.

Wichtig ist dabei: Gefühle zeigen, ohne das Kind zu überfordern. Ein Satz wie
„Ich bin traurig, weil Oma gestorben ist. Und ich passe trotzdem auf dich auf.“
gibt Sicherheit.


2. Ehrlich sprechen – ohne zu beschönigen

Kinder spüren sofort, wenn etwas nicht stimmt. Schweigen oder Ausreden („eingeschlafen“, „weggegangen“) machen oft mehr Angst als die Wahrheit.

Hilfreich ist:

  • einfache, klare Worte
  • keine Details, aber Ehrlichkeit
  • Raum für Fragen – auch mehrfach dieselben

Aus meiner Erfahrung sind Kinder entlastet, wenn sie wissen, was passiert ist, statt es sich selbst zusammenzureimen.


3. Rituale schaffen – sie geben Halt im Chaos

Trauer macht sprachlos. Rituale geben Form.

Für Familien können das sein:

  • eine Kerze am Abend
  • ein Erinnerungsplatz mit Foto oder Gegenstand
  • ein gemeinsamer Abschiedsmoment
  • ein Lied, das immer wieder gehört wird
  • ein Bild, ein Brief, ein kleines Symbol

Rituale müssen nicht „schön“ sein – sie müssen stimmig sein. Gerade Kinder finden darüber einen Zugang zu ihren Gefühlen.


4. Kinder aktiv einbeziehen – aber nichts erzwingen

Kinder möchten dazugehören. Bei Trauerfeiern, Abschieden oder Gedenktagen hilft es, ihnen eine kleine Rolle anzubieten:

  • eine Kerze anzünden
  • ein Bild mitgeben
  • einen Stein ablegen
  • ein Lied hören oder mitsingen

Wichtig: Angebote machen, keine Pflichten.
Ein Kind darf teilnehmen oder sich zurückziehen. Beides ist richtig.


5. Erinnerung sichtbar und hörbar machen – damit sie bleiben darf

Viele Familien spüren: Wir brauchen etwas, das bleibt.
Ein Bild, ein Ort, ein Ritual, ein Lied.

Als Illustratorin gestalte ich häufig ruhige schwarz-weiße Abschiedszeichnungen nach Fotos – von Menschen, Tieren oder Sternenkindern. Eltern berichten mir immer wieder, wie hilfreich das gerade für Kinder ist:
👉 Erinnerung wird greifbar.
👉 Trauer bekommt einen Platz.

Ein Lied, das bleibt

Eine besondere Form des Abschieds kann ein gemeinsam geschriebenes Lied für den verstorbenen Menschen sein. Als Songwriterin entwickle ich zusammen mit der Familie den Text – aus Erinnerungen, Lieblingssätzen und gemeinsamen Momenten. Daraus entsteht eine individuelle Melodie, die den Menschen und die Familie widerspiegelt.

Der Song wird anschließend professionell im Tonstudio eingesungen, sodass eine bleibende Erinnerung entsteht. Gerade für Kinder kann Musik ein sanfter Zugang zur Trauer sein: Sie müssen nichts erklären, sondern dürfen fühlen. Das Lied wird zu einem tröstenden Begleiter – am Jahrestag, am Geburtstag oder immer dann, wenn Nähe fehlt.

Erinnern heißt nicht festhalten – sondern verbunden bleiben.


Fazit: Trauer braucht keinen Zeitplan

Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie springen hinein und wieder heraus. Das ist gesund.

Was Familien in der Trauer wirklich hilft, ist nicht Perfektion – sondern:

  • Ehrlichkeit
  • Nähe
  • Rituale
  • Geduld
  • und das Wissen: Wir müssen da nicht alleine durch.

Trauer ist Teil des Lebens.
Und Familien dürfen lernen, gemeinsam damit zu leben.

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